The famous Alexandra

Seit Sonntag bin ich nun in Butare. Ich habe ein kleines, aber feines Zimmer im FOX Hostel, eine Art Jugendherberge in der man aber auch monatsweise wohnen kann. Und jetzt habe ich sogar schon mein erstes Eigentum erworben: 5 Kleiderbügel, einen Wasserkocher (auf den ich sehr stolz bin), eine Tasse, einen Löffel, ruandischen Honig und eine Thermoskanne.

Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist, dass mich hier 9 von 10 Leuten auf der Straße anschauen, wenn ich vorbei laufe. Manche drehen sich um, manche sind verwirrt, manche amüsiert. Besonders lustig ist es, wenn ich diejenigen, die mich mit besonders großen Augen anschauen, auf Kinyarwanda begrüße und „amakuru“ frage. Dann haben manche Leute sogar schon laut gelacht : D Aber auf jeden Fall freuen sich alle, dass eine „muzungu“ (weiße) ein paar Brocken Kinyarwanda kann. In Butare schauen die Leute auch mehr als in Kigali, weil die Stadt viel kleiner ist, und hier auch weniger weiße Menschen rumlaufen, und vor allem nicht so oft.

Ansonsten war ich gestern noch auf dem Campus spazieren. Er ist wirklich hübsch hergerichtet. Manchen Ecken würden sich über einen neuen Putz zwar bestimmt freuen, aber insgesamt ist es sehr gemütlich und einladend. Genauso wie ganz Ruanda liegt der Campus ebenfalls auf einem (oder mehreren?) Hügeln, sodass es immer auf und ab geht.

Heute hatte ich meinen ersten halb-offiziellen Termin in Butare! Ich war mit Alexander (ein Dozent) beim Dekan. Als dieser dann erfuhr, dass ich DIE Alexandra aus Deutschland bin, hat er mir erst mal erzählt, dass ich hier schon total berühmt bin („aaaaah, YOU’RE the famous Alexandra!!!“), dass mich jeder an der Uni kennt, „…concerning the amount of confusion you have caused“. Es war wohl nicht so einfach, erst mal rauszufinden, wie man denn mit jemandem umgeht, der gar keine ruandische ID hat. Aber was solls, „we’re becoming an international university!“ : ) Und ich habe dabei die Ehre, die erste nicht-afrikanische Studentin in Butare seit 1963, dem Gründungsjahr der Uni, zu sein. Daraufhin bin ich mit Alexander zum Registrar gegangen, der mir dann mein acceptance letter gegeben hat! Der hat auch schon gewusst, wer ich bin, noch bevor ich mich vorgestellt habe. Bin sehr glücklich darüber, auch wenn dort noch ein kleiner Fehler ist: Ich bin nur „part-time“ registriert, und muss daher nur die Hälfte zahlen, aber auf dem acceptance letter steht „full time“. Nachher gehe ich also nochmal zum Dekan und bespreche das mit ihm. Außerdem muss ich noch einen Brief an das Ministerium für Erziehung und Bildung von Ruanda schreiben, und ein Äquivalent von meiner deutschen Immatrikulationsbescheinigung beantragen. Warum, habe ich nicht ganz verstanden, aber auch das wird sich mir sicherlich irgendwann erschließen. Das klappt auch noch, ich habe hier sehr viele, sehr nette Ansprechpartner, die mir bei allem wo sie nur können, helfen.

Und auch sonst habe ich mich hier schon wohnlich eingerichtet, zB habe ich mein eigenes Moskitonetz aufgehängt. Das vom Hostel hat nicht so angenehm gerochen, und jetzt genieße ich einen ruhigeren Schlaf als davor. Außerdem kann ich dank Wasserkocher und Tasse jetzt wieder meinem exzessiven Teekonsum nachgehen.

Vielleicht bleibt noch zu sagen, dass das Wetter hier etwas anders ist als in Deutschland. Es ist nicht heiß, allerhöchstens 29/30°C, aber jetzt zB ist es eher kühl, weil es die ganze Nacht über durchgeregnet hat. Aber irgendwie empfinde ich das Wetter als ziemlich drückend, auch wenn es kühl ist. Aber vielleicht muss ich mich einfach noch daran gewöhnen…

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3 Antworten zu The famous Alexandra

  1. Benni sagt:

    Endlich bin ich mal dazu gekommen hier reinzugucken. Danke für die lückenlose Berichterstattung! Und berühmt bist Du auch schon!

    Ich mag die Fotos, die sind so schön Anti-Afrika-Klischee 🙂

    Grüße aus Frankurt, Benni

  2. Anne Brandstetter sagt:

    Gab es nicht schon Studis aus den USA?

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