Da glücklicherweise die Uni später anfängt (die Uni wird gerade komplett umstrukturiert, es soll in Zukunft nur eine Uni in Ruanda geben statt wie bisher mehrere, und das führt ebenfalls zu einer kompletten Umstrukturierung im System, weshalb der Start nach hinten verschoben wurde), nutze ich meine Zeit etwas zum Reisen. Ich freue mich sehr ein paar Wochen frei zu haben. Ich wusste auch seit meiner ersten Ruanda-bezogenen Mail, dass die Uni gerade grundlegend umstrukturiert wird und dass daher das alte System gerade nicht so laufen wird, wie es die letzten Jahrzehnte lief, also alles keine große Überraschung für mich. Jedenfalls habe ich jetzt endlich etwas Ferien nach dem Semester und dem Praktikum in den Ferien, daher kommt mir der spontan nach hinten verschobene Start ganz recht. Am Wochenende war in Kigali-Downtown („mumudschi“ auf Kinyarwanda) und in Gisenyj am Strand (Fotos folgen), und wenn alles klappt gehts vor dem Start noch nach Kibuye an den Kivu-See. Kibuye gilt wohl als das Venedig von Afrika, sodass ich schon sehr gespannt bin!
Also bitte keine Sorgen, wenn ich nicht gleich auf E-Mails antworte 🙂 Meinen Computer lasse ich zu Hause, wenn ich irgendwo bin. Und da ich mir auch nicht immer eigenes Internet kaufen will muss ich (wie jetzt) erst mal zur Uni laufen um Mails zu bekommen. Dann lade ich sie oft auch nur runter und beantworte sie zu Hause, und verschicke sie das nächste mal wieder aus der Uni aus. Also dauert das alles etwas. Aber: Ich bin da, Ebola ist nicht da, und auch sonst ist alles super.
In den letzten Tagen war es so kalt, dass ich mich irgendwie zu sehr entspannt hab und mir heute gleich einen Sonnenbrand geholt habe weil es heute ausnahmsweise mal richtig warm war. Ich freue mich schon auf meine kalte Dusche heute Abend. Und sonst bekommt Butare gerade viele geteerte Straßen. Die letzten Wochen wurden die Straßen hier immer geglättet und mit Schutt und anderem Material aufgeschüttet, und gestern Abend ging dann die Teer-Maschine drüber. Manchmal steht noch ein unsymphatischer Chinese daneben und kommandiert rum.
Morgen fahre ich nach Gitarama zu ein paar ehemaligen Freiwilligen aus Deutschland, und dann fahre ich am Donnerstag nach Kigali um mein Visum zu bezahlen. Ich hab dem Migrationsamt schon ein paar Besuche abstatten dürfen, erst um die Dokumente abzugeben, dann um meinen Pass abzugeben, jetzt um zu bezahlen und nächstes mal dann hoffentlich um mein Studentenvisum abzuholen. Um damit dann die Nachbarländer zu erkunden! 😉
Ich wünsche euch viel warmes Wetter, davon hab ich hier leider nicht so viel. Aber ich mag die Kälte ja, insofern fühle ich mich sehr wohl in Ruanda!

